DIE SONNTAG-PRESSE (1. NOVEMBER 2026)
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Wien: Verdis „Otello“ mit hoher musikalischer Emotionalität
Jonas Kaufmann ist wieder an der Wiener Staatsoper zu erleben und zwar als Titelheld in Giuseppe Verdis „Otello“. Er singt ihn mit fast völlig unangestrengten, strahlenden Höhen. Wunderbar und feinsinnig, fast aus dem Nichts heraus bewegen sich wie immer seine exemplarischen Piani. Vom seinem hochdramatischen, triumphalen „Esultate!“ nach der gewonnenen Schlacht gleich bei seinem ersten Auftritt, bis hin zum tragischen Finale weiß der Ausnahmetenor auch szenisch zu berühren.
Wien: Verdis „Otello“ mit hoher musikalischer Emotionalität (Rubrik)
Wien
Interview Lotte de Beer: „Theater war manchmal wie eine Strafe“ (Bezahlartikel)
Die Volksopern-Direktorin spricht über die Kunst der Verführung, das Wiener Publikum – und warum Unterhaltung kein Gegensatz zu anspruchsvollem Theater ist.
Kurier.at.freizeit.zeitgeist
Salzburg
Seifenoper um Österreichs größte Kulturbaustelle
Der nun veröffentlichte Rechnungshof-Bericht kritisiert die Baukosten der Festspiele heftig. Eine gravierende Steigerung der Kosten wird darin erwartet. Das Kulturfestival konterte aber rasch in übertrieben freundlicher Manier auf die Vorwürfe. Eine gewählte Ausdrucksweise beherrscht man bei den Festspielen par excellence. Wie gut genau, das zeigte das Direktorium am Freitag in einer Stellungnahme zum Endbericht des Bundesrechnungshofes. In äußerst höflicher und verklausulierter Form antwortete man auf das Dutzende Seiten umfassende Dokument aus Wien, das sich kritisch zu den Kosten des Festspielumbaus äußert: „Der Festspielfonds begrüßt die Prüfung des Projektes in einer frühen Phase, freut sich über die über weite Strecken positive Bewertung.“
https://www.krone.at/4355635
Lukas Crepaz erwidert dem Rechnungshof: „Immenser Nutzen für heimische Wirtschaft“ (Bezahlartikel)
Der Rechnungshof fühlt den Salzburger Festspielen auf den Zahn und erhebt Kritik und Warnung zum großen Bauprojekt.
SalzburgerNachrichten.lukas.crepaz
München
Auf der Flucht
Regisseur Tobias Kratzer setzt seinen Ring mit „Siegfried“ von Richard Wagner an der Bayerischen Staatsoper in München fulminant fort. Vielleicht kam Tobias Kratzer ja beim Blick in den Spiegel auf die Idee, Jung-Siegfried streckenweise doppelt, als 12-jährigen Jungen und als ausgewachsenen Tenor, ins Rennen zu Brünnhilde zu schicken. Er ist schließlich selbst so ein Zwei-Seelen-in-einer-Brust-Fall. Einmal ist er der in vieler Hinsicht geforderte regieführende Intendant in Hamburg. Aber eben auch der (Vertragstreue) aktuelle Ring-Schmied in München. In der Rolle hat er das Luxusproblem, sich selbst am Bayreuther „Tannhäuser“-Geniestreich messen zu lassen. Und mit diversen anderen Ringschmieden zu konkurrieren.
https://www.die-deutsche-buehne.de/kritiken/bayerische-staatsoper
Lachende Liebe, leuchtendes München
An der Bayerischen Staatsoper demonstriert Hamburgs Opernintendant Tobias Kratzer seine ganze genialische Regiekunst: Er offenbart das Utopische in Wagners „Siegfried“. Das erotische Erwachen kommt früh. Immer früher gar? Mit elf, mit zwölf Jahren? Beim jungen Siegfried, den sein Schöpfer Richard Wagner im eigenen Textbuch immer wieder ausdrücklich einen Knaben nennt, ist sich sein Regisseur an der Bayerischen Staatsoper in München in dieser Frage einigermaßen sicher. Tobias Kratzer lässt einen Buben (wie man Heranwachsende in Bayern nennt) im präpubertären Alter die Titelfigur spielen.
Concerti.de.opernkritiken.muenchen
Die Siegfrieds aus der Lindenstraße
Wagners Oper auf popkulturellen Pfaden. Wagnerianer lieben ihre Slogans: vom „Jahrhundert-Ring“ anno 1976, über den „KI-Ring“ des letzten Sommers, bis hin zu Otto Schenks putzigem „Märchen-Ring“, der auf DVD für Traditionsbewusste noch immer erste Wahl ist. Wie könnte man nach drei von vier Premieren wohl die Neuinszenierung der Bayerischen Staatsoper knackig betiteln?
https://www.orpheus-magazin.de/2026/10/31/muenchen-siegfried/
„Siegfried“ in München: Auf ein Bier mit Alberich (Bezahlartikel)
Die Bayerische Staatsoper setzt ihren neuen „Ring“-Zyklus fort. Erneut lässt Regisseur Tobias Kratzer seine Fantasie blühen, Benjamin Bruns feierte sein umjubeltes Debüt als Siegfried an der Spitze einer hervorragenden Sängerriege.
https://www.diepresse.com/41404075/siegfried-in-muenchen-auf-ein-bier-mit-alberich
Mit echtem Pferd, kein Witz (Bezahlartikel)
Wer Oper gerne klassisch mag, wird in dieser Inszenierung sehr glücklich werden: Der neue Münchner „Siegfried“ bietet Pickelhaube, Schwert und Vierbeiner. Ist das Ironie?
SueddeutscheZeitung.de.tobiasKratzer
Lüttich
Opéra Royal de Wallonie Liège: „L’heure espagnole“ /„L’enfant et les sortilèges“, Maurice Ravel
Mit Ravel im Doppelpack beschenkt die Opéra Royal de Wallonie-Liège seit gestern ihre Besucher. Der turbulenten Komödie L’heure espagnole (Die spanische Stunde) stellt die Produktion die tiefgründige Geschichte vom Kind und dem Zauberspuk (L’enfant et les sortilèges) zur Seite. Regisseur Jean-Louis Grinda und dem spielfreudigen Ensemble gelingt damit ein unterhaltsamer Opernabend.
Von Jochen Rüth
DerOperfreund.de.luettich.ravel
Basel
„West Side Story“ im Theater Basel
Bereits in den 1940-Jahren kam vom berühmten Regisseur und Choreographen Jerome Robbins die Idee, Shakespeares berühmtes Werk “Romeo und Julia” fortzuschreiben und eine Produktion für den Broadway zu erschaffen. Er fragte spontan den jungen Komponisten und Dirigenten Leonard Bernstein, mit welchem er bereits früher gearbeitet hatte. Ausserdem nahm man den Broadway-Dramatiker Arthur Laurents und für die Gesangstexte Stephen Sondheim mit ins Boot. Es war eine Neuheit, im Musical-Genre sich einer klassischen Tragödie als Vorlage zu bedienen.
https://opernmagazin.de/west-side-story-im-theater-basel/
Feuilleton
„Ich bin niemand, der die Vergangenheit verklärt“
Die Sängerin, Opernregisseurin, Gesangspädagogin und Intendantin Brigitte Fassbaender erhält den Deutschen Theaterpreis 2026 für ihr umfassendes Lebenswerk. Ein Gespräch im Chiemgau über ihren Vater als Gesangslehrer, das Potenzial junger Stimmen, den Verfall der Liedkunst und warum man für diesen Beruf brennen muss.
https://www.die-deutsche-buehne.de/leseprobe/faust-lebenswerk-fassbaender/
Tonträger
Schumann mit Weithaas – Kammermusik, die unter die Haut geht
Antje Weithaas, Marie-Elisabeth Hecker und Dénes Várjon erschließen Schumanns Klaviertrios mit Wucht, Feingefühl und großer Spannung. Eine Aufnahme voller Farben, Kontraste und intensiver Nähe. Mitte Oktober hat Antje Weithaas mit Dénes Várjon im Boulezsaal in Berlin alle Beethoven-Sonaten gespielt – live übertragen auf Stage Plus, der Plattform der Deutschen Grammophon. Jetzt ist ein neues Album erschienen der beiden mit den Klaviertrios von Robert Schumann. Am Cello: Marie-Elisabeth Hecker. Das sind drei, die sich sehr gut kennen, auch wenn sie kein festes Klaviertrio bilden. Antje Weithaas wird am 21. November 60 Jahre alt und hat sich und uns mit dieser Aufnahme ein bleibendes Geschenk gemacht.
ndr.de.kultur.antje.weithaas
Links zu englischsprachigen Artikeln
London
Carmen review – Costa-Jackson’s smouldering heroine blazes brightly
Ginger Costa-Jackson is an elemental and powerful Carmen in this revival of Damiano Michieletto’s 2024 staging that relocates the drama to Franco’s Spain
TheGuardian.com.music.carmen-review
Review: CARMEN, Royal Ballet & Opera
Is it third time lucky for Damiano Michieletto’s tragedy?
broadwayworld.com.westend
A sultry-voiced lead sets the Royal Opera’s Carmen on fire (Subscription requirted)
New stars bring lustre to Bizet’s opera, but this atmospheric revival lacks overall coherence
https://www.telegraph.co.uk/opera/what-to-see/carmen-royal-opera-revival-review/
A village hall Tosca at English National Opera
https://bachtrack.com/de_DE/review-tosca-miskimmon-glassberg-fanyo-english-national
LSO/Pappano review – Kendall’s engaging new work has a tea kettle, tremolo and slam-dunks of timpani
The British composer’s ‘i have discovered the secret of death’ was beguiling and compelling, the centrepiece of a programme that saw Pappano and the London Symphony Orchestra firing on all cylinders
https://www.theguardian.com/music/2026/oct/30/lso-pappano-review
The BBC Symphony and Stasevska Deliver a London Premiere at the Barbican
https://operatoday.com/2026/10/the-bbc-symphony-and-stasevska-deliver-a
Buxton
Buxton International Festival Announces 2027 Opera Season
https://operawire.com/buxton-international-festival-announces-2027-opera-season/
Chicago
Review: What ‘Omar’ at Lyric Opera reveals about faith, freedom and America
A commanding voice and unexpected images make this Lyric Opera production linger after the curtain.
https://rollingout.com/2026/10/30/omar-at-lyric-opera-review-what-endures/
Melbourne
BK Opera’s Tristan and Isolde impresses in outer Melbourne
https://bachtrack.com/de_DE/22/296/view/31710
Sydney
The Emperor of Atlantis & The Prisoner (The Cooperative)
On a shoestring and with some exceptional musical performances, The Cooperative finds its niche by plunging us into humanity’s dark side.
https://limelight-arts.com.au/reviews/the-emperor-of-atlantis-the-prisoner
Adelaide
Adelaide Festival Announces 2027 Season
https://operawire.com/adelaide-festival-announces-2027-season/
Sprechtheater
Skandal-Regisseur, 350.000 Euro weg! Paulus Manker drohen zehn Jahre Haft
Er inszenierte die großen Dramen der Weltliteratur, lieferte sich legendäre Auseinandersetzungen und sorgte auch abseits der Bühne regelmäßig für Schlagzeilen. Jetzt könnte Paulus Manker selbst die Hauptrolle in einem Justizdrama spielen: Gegen ihn wurde Anklage erhoben, es geht um Veruntreuung und betrügerische Krida. Diesmal schreibt nicht der streitbare Regisseur das „Drehbuch“, sondern die Staatsanwaltschaft Wien. Die hat gegen den 68-Jährigen aktuell eine 13 Seiten starke Anklageschrift eingebracht. Der Vorwurf: Manker soll Hunderttausende Euro aus seinen Theaterproduktionen „Alma“ und „Die letzten Tage der Menschheit“ beiseitegeschafft und damit Gläubiger seiner inzwischen insolventen Theaterfirma geschädigt haben.
https://www.krone.at/4355408
Film
Interview mit Isabelle Huppert in Wien: „Ich hoffe, man versteht mich“
Isabelle Huppert. Die französische Star-Schauspielerin wandert in Ulrike Ottingers Vampirsatire „Die Blutgräfin“ durch das barocke Wien, beißt in Frauenhälse und spricht Deutsch. Ein Gespräch.
Kurier.at.viennale.huppert
Sport
Tennis
Historischer Zverev-Triumph: „Da wäre ich ein Idiot“. Krönung in Stadthalle
Tennis-Star Alexander Zverev ist auf dem Tennis-Thron angekommen. Danach fand er aber überraschende Worte über seinen Rivalen Jannik Sinner.
Heute.at.historischer.triumph
Gastronomie
Venedig
Venedig in der Aroma-Saison
Wer in Venedig wirklich gut essen will, wählt dafür den Spätherbst. Denn da gibt es weniger Touristen und mehr gute Meeresfrüchte.Jeder hat andere Gründe, Venedig zu besuchen, für jeden dieser Gründe gibt es ideale Zeitpunkte. Wer auf Masken, Kostüme und Trubel steht, wird dafür den Höhepunkt des Karnevals von Ende Jänner bis zum 17. Februar wählen; Biennale-Fans reisen zumeist im Frühling oder frühen Herbst an, Cineasten in den ersten zwei September-Wochen, Taschendiebe im Juli und August, dann, wenn die meisten Kreuzfahrttouristen anlanden.
News.at.venedig.in aromazeit
Politik
USA
Midterms 2026: Was die US-Wahlen für Europa bedeuten
Die US-Kongresswahlen könnten Donald Trumps Spielraum einschränken – mit Folgen für Europa. Drei Szenarien zeigen, welche Auswirkungen ein Sieg der Demokraten oder Republikaner auf die Ukraine, die NATO und den transatlantischen Handel haben könnten. Unternehmen ächzen unter der Last der Zölle, NATO-Partner fürchten einen Abzug amerikanischer Soldaten und die Ukraine bangt um ihre Existenz: Donald Trumps zweite Präsidentschaft stellt Europa auf eine harte Probe. In der kommenden Woche finden in den Vereinigten Staaten Kongresswahlen statt und es stellt sich die Frage, ob sie positive Auswirkungen auf EU und NATO haben könnten – oder neue Probleme bringen.
News.at.Usa-wahlen
Österreich
Ex-WKO-Chef Leitl: „Schellhorn hat ein Büro und bringt nichts weiter“
Christoph Leitl nahm sich schon in seiner Zeit als Präsident der Wirtschaftskammer (2000 bis 2018) selten ein Blatt vor den Mund. Heute ist er Präsident der Europäischen Bewegung Österreich – und erklärt im Interview, von wem Österreich lernen muss, warum die Regierung vor echten Lösungen Angst hat – und was uns droht, wenn nicht bald etwas weitergeht.
https://www.krone.at/4355542
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Unter’m Strich
Wien
Entblößt und betatscht: Freispruch für Lieferant: „Muss sich was ändern“
„Ich bin enttäuscht, weil ich damit keine anderen Frauen schützen kann“, sagt Eva S. (Name geändert) im Gespräch mit der „Krone“. Der Schock sitzt tief nach dem Freispruch für jenen Lieferando-Fahrer, der die Frau im April an der Brust berührte und sich danach vor ihr entblößte.
https://www.krone.at/4355091
Wien
Bäcker-Boss packt aus: Zu wenig Semmeln? Davor haben Männer Angst
Männer kaufen sonntags mehr und achten weniger auf den Preis – das beobachtet Bäcker-Chef Michael Mann. Eine Supermarktöffnung wäre für ihn heikel.
Heute.at.zuwenig.semmeln
